Sieben Dinge, die du noch nicht über Sri Lanka wusstest
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Lucija Ros – unsplash.com/license
- 11. Dezember 2020
Abgesehen von den traumhaften Stränden und grünen Hügeln, für die Sri Lanka bekannt ist, gibt es noch viel mehr Interessantes über Kultur, Politik und Gepflogenheiten des Landes zu wissen.
Der Schriftsteller Michael Ondaatje sagt über sein Geburtsland Sri Lanka: „In Sri Lanka ist eine gut erzählte Lüge mehr wert als tausend Fakten". Weil Fakten trotzdem manchmal ganz nützlich sein können, erfährst du hier sieben Dinge über Sri Lanka, die dir vielleicht noch neu sind:
1. Sri Lankas Nationalhelden: die Elefanten
Was für Indien die Kühe sind, sind für Sri Lanka die Elefanten – nämlich heilige Tiere. Im Vergleich zu seiner Fläche hat Sri Lanka die höchste Elefantendichte weltweit. Die Tiere dürfen sich fast überall im Land frei bewegen, die Regierung Sri Lankas hat sogar eigene Korridore angelegt, damit die Elefantenherden zwar herumwandern können, dabei aber nicht zu viele Felder plündern und zertrampeln.
2. Ayurveda ist Sri Lankas Lebensphilosophie
Die traditionelle Heilkunst Ayurveda wird in Sri Lanka seit Jahrtausenden praktiziert. Man geht davon aus, dass eines der ersten Krankenhäuser der Welt 427 v. Chr. von ayurvedischen Heiler:innen in Sri Lanka gegründet wurde. Ayurveda, was aus dem Sanskrit übersetzt so viel heißt wie „die Wissenschaft vom Leben“, basiert grundsätzlich auf drei Annahmen: dem inneren Gleichgewicht des Menschen, der individuellen Ernährung und bestimmten astrologischen Aspekten. Daraus werden individuell abgestimmte Heilkonzepte entwickelt, bestehend aus Massagen, Ölen, Kräutern und spezieller Ernährung. In Sri Lanka ist Ayurveda allerdings nicht nur eine Heilkunst, sondern eine Lebensphilosophie, der viele Menschen folgen.
3. Die einzige Teebörse der Welt
In Sri Lanka herrscht das perfekte Klima für den Teeanbau, deshalb ist der kleine Inselstaat momentan auch der größte Tee-Exporteur der Welt. In der Hauptstadt Colombo gibt es die weltweit einzige Teebörse. Der Tee kam Ende des 19. Jahrhunderts mit der englischen Kolonialmacht nach Sri Lanka. In Europa war Tee damals ein teures Luxusgetränk, das aus China importiert werden musste und der Oberschicht vorbehalten war. Durch den Handel mit Sri Lanka wurde Tee in Europa auch für die Mittel- und Arbeiterschicht erschwinglich. Obwohl mit dem Tee ein gewisser Wohlstand nach Sri Lanka kam, gibt es Schattenseiten: Für den Anbau wurden Tausende Hektar Wald im Inneren des Landes abgeholzt und damit der Lebensraum vieler Menschen, Tiere und Pflanzen zerstört.
4. Bildungsfortschritt trotz politischer Spannungen
Obwohl der Bürgerkrieg, der 25 Jahre lang zwischen der singhalesischen Mehrheitsgesellschaft und der tamilischen Minderheit in Sri Lanka herrschte, seit elf Jahren als beendet gilt, gibt es zwischen den beiden Gruppierungen weiterhin Spannungen. Trotzdem konnte das Land besonders im Bereich Bildung Fortschritte machen: Auf Sri Lanka gibt es derzeit etwa 10.000 staatliche Schulen, an denen Schuluniformen, Bücher und Mahlzeiten kostenlos sind. Vor allem Frauen und Mädchen profitieren von den Verbesserungen: Bessere Bildung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung, um klassische Rollenverteilungen zu durchbrechen und ein selbstbestimmteres Leben zu führen.
5. Eine Chance für Sri Lankas Jugend: die DreamSpace Academy
In der Stadt Batticaloa im Osten Sri Lankas befindet sich die DreamSpace Academy. Hier können Jugendliche und junge Erwachsene aus ärmeren Verhältnissen Kurse in den Fächern Elektronik, Software, Mechanik, Business, Design, Kunst oder Biologie wählen. Gegründet wurde die DreamSpace Academy mit dem Ziel, Studierenden die Möglichkeit zu geben, ihre Interessen und Lebensträume weiterzuentwickeln, damit es zu weniger Abwanderungen ins Ausland kommt.
6. Die 22 Wolkenfrauen der Felsenfestung Sigiriya
Die Festung Sigiriya ist seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe. An einer Wand der Felsenfestung kann man 22 Malereien von barbusigen Frauen sehen, den sogenannten Wolkenfrauen. In den 1970er-Jahren wurden die Fresken der Wolkenfrauen restauriert, wobei man auch die Brüste der Frauen deutlich sichtbar „geliftet“ hat.
7. No pictures, please!
Was man in Sri Lanka auf keinen Fall tun sollte? Fotos von oder mit Buddhastatuen machen, die als respektlos interpretiert werden könnten! Im Jahr 2011 wurde eine Gruppe französischer Tourist:innen zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie Fotos mit einer Buddhastatue gemacht hatten, auf denen es so aussieht, als würden sie diese küssen.
Asiens wachsende Rolle in der Welt prägt das 21. Jahrhundert. Mit diesem Wandel beschäftigt sich das Projekt „Deutschland und Asien“ der Bertelsmann Stiftung. Der „Inclusive Innovation Atlas“ des Projekts analysiert, welche asiatischen Länder die besten Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung und Fortschritt bieten. Sri Lanka befindet sich in dieser Aufstellung unter den Top 10.